DSFA-Vorlage (Arbeitsdokument)
Wichtiger Hinweis: Diese Vorlage ist unverbindlich, ersetzt keine Rechtsberatung und muss vom Verantwortlichen (Kunde) fuer den konkreten Use Case geprueft und freigegeben werden.
0) Dokumentenbasis
- Verantwortlicher:
[Unternehmen / Anschrift] - Auftragsverarbeiter: Trusted Accounts SW FlexCo
- Verarbeitungsvorhaben: Einsatz von Trusted Accounts / Trusted SDK zur Bot- und Missbrauchserkennung
- Version / Datum:
[Version] / [Datum] - Ansprechpartner Datenschutz:
[Name, Kontakt]
1) Beschreibung der geplanten Verarbeitung (Art, Umfang, Kontext, Zweck)
Zweck(e)
- Schutz vor automatisiertem Missbrauch, Fake-Registrierungen und Account-Takeover
- Optional: Bereinigung von Traffic-Statistiken um ungueltigen Traffic
Betroffene Personen
- Besucher:innen und Nutzer:innen der Website/App des Verantwortlichen
Datenkategorien (je nach Konfiguration)
- technische Geraete-/Browsermerkmale
- Interaktionssignale (z. B. Maus, Tastatur, Timing)
- Netzwerk-/Sicherheitsmetadaten (inkl. IP-bezogene Daten)
- Session-/Sicherheitskennungen
IP-bezogene Verarbeitung (Trusted SDK, Standardkonfiguration)
- gehashte IP (HMAC-SHA256): Speicherdauer bis 90 Tage
- Klartext-IP nur in definierten Risikofaellen: Speicherdauer bis 30 Tage
- Fingerprint-Hash (Geraete-/Browserkennung): Speicherdauer bis 90 Tage
- Session-IDs und Geolocation in Aggregaten (Rollups): bis zur Rollup-Aufbewahrung (bis 12 Monate)
- Rohereignisse (Raw): Speicherdauer bis ca. 30 Tage (+ kurzer Sicherheitspuffer)
- automatisierte Loesch-/Bereinigungsprozesse aktiv
2) Rollen und Verantwortlichkeiten
- Der Kunde handelt als Verantwortlicher (Art. 4 Nr. 7 DSGVO).
- Trusted Accounts handelt als Auftragsverarbeiter (Art. 4 Nr. 8 DSGVO) nach dokumentierter Weisung.
- Die konkrete Rechtsgrundlage gegenueber Endnutzer:innen wird vom Verantwortlichen fuer den jeweiligen Einsatzfall festgelegt und dokumentiert (haeufig Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, ggf. lit. a bei optionalen Zusatzfunktionen).
3) Erforderlichkeit und Verhaeltnismaessigkeit
3.1 Zweckbindung
- Verarbeitung erfolgt ausschliesslich fuer Sicherheits-/Missbrauchsabwehr und technische Bereitstellung.
3.2 Datenminimierung
- Es werden nur fuer die Risikoentscheidung erforderliche Signale verarbeitet.
- Konfigurationsoptionen zur Reduktion von Datentiefe und Umfang sind zu pruefen.
3.3 Speicherbegrenzung
- kurze, zweckgebundene Fristen und automatische Loeschung umgesetzt
3.4 Transparenz und Betroffenenrechte
- Information in Datenschutzhinweisen des Verantwortlichen
- Prozesse fuer Auskunft, Loeschung und Widerspruch beim Verantwortlichen festgelegt
4) Risikoanalyse (Rechte und Freiheiten der Betroffenen)
Identifizierte Risiken (Beispiele)
- R1: Re-Identifizierbarkeit bei IP-/Metadaten
- R2: Fehlklassifikation (False Positives) mit Nachteilen fuer legitime Nutzer:innen
- R3: Intransparenz der Sicherheitspruefung fuer Betroffene
- R4: Unbefugter Zugriff auf Sicherheits-/Verkehrsdaten
- R5: Funktionsausweitung ueber Sicherheitszwecke hinaus (Zweckaenderung)
Bewertung je Risiko
Fuer jedes Risiko dokumentieren:
- Eintrittswahrscheinlichkeit:
[niedrig / mittel / hoch] - Schadensschwere:
[niedrig / mittel / hoch] - Ausgangsrisiko:
[niedrig / mittel / hoch]
5) Geplante Massnahmen (TOMs + organisatorische Massnahmen)
- Pseudonymisierung (IP-Hashing), begrenzte Klartext-IP nur bei Risikoereignissen
- strikte Speicherfristen und automatisierte Loeschung
- Zugriffskontrollen (Least Privilege), Protokollierung, rollenbasierte Berechtigungen
- Verschluesselung in Transit/at Rest
- klare interne Zweckbindung (nur Security/Fraud Prevention)
- Verfahren zur Pruefung und Korrektur von Fehlentscheidungen
- dokumentierte Weisungen an den Auftragsverarbeiter (AVV/DPA)
Rest-Risiko je Risiko (nach Massnahmen): [niedrig / mittel / hoch]
6) Datensparsame Integrationsoptionen (gemeinsam festzulegen)
Bitte je Option Entscheidung dokumentieren:
[ ]Standard-Sicherheitsprofil[ ]Reduziertes Profil (weniger Signale, geringere Speicherdauer)[ ]IP-Reduktion/Vorverarbeitung durch vorgelagerte Infrastruktur
(Hinweis: kann Erkennungsqualitaet senken)[ ]Keine optionalen Analyse-/Reportingfunktionen ohne zusaetzliche Rechtsgrundlage[ ]Zusaetzliche Schutzmassnahmen:[z. B. manuelle Review-Pfade]
7) Ergebnis und Freigabe
- Verbleibt ein hohes Restrisiko trotz Massnahmen?
[ja / nein] - Falls ja: Vorabkonsultation der Aufsichtsbehoerde pruefen (Art. 36 DSGVO)
- Entscheidung zum Go-Live:
[freigegeben / freigegeben mit Auflagen / zurueckgestellt] - Verantwortliche Freigabe durch:
[Name / Funktion / Datum] - DSB eingebunden am:
[Datum]
8) Review-Zyklus
Regelmaessige Neubewertung: mindestens jaehrlich oder bei:
- Zweckaenderung
- neuen Datenkategorien
- neuen Features/Integrationen
- Sicherheitsvorfaellen
- wesentlichen regulatorischen Aenderungen
Praktische Ergaenzungen
- Zur Formulierung in der Datenschutzerklaerung des Verantwortlichen kann dieser Mustertext genutzt und auf den konkreten Einsatz angepasst werden: Mustertext Datenschutz (DE)
- Relevante vertragliche Grundlage fuer die Auftragsverarbeitung: DPA (DSGVO)